FORTPFLANZUNG

Kastration/Sterilisierung

Kastration – unumkehrbare Ausschaltung der Eierstock- oder Hodentätigkeit meistens durch ihre chirurgische Entfernung. Es ist möglich, nur Gonaden (bei Weibchen wird das  „Ovariektomie“ genannt und wird aktuell nicht empfohlen, bei Männchen wird das jedoch durchgeführt) oder das ganze Geburtsorgan (also bei Weibchen Eierstöcke und die Gebärmutter  - „Ovariohisterektomie“)  zu entfernen.

Man unterscheidet zwichen :

  1. der pädiatrischen Kastration– 6-14 Lebenswoche
  2. der frühen Kastration – vor der ersten Brunft/Läufigkeit - 6.‑7. Monat
  3. späte Kastration – nach der zweiten, oder dritten  Brunft/Läufigkeit

Sterilisierung – Durchtrennung der Wege, die Fortpflanzungszellen transportieren

Ziele der Kastration:

  • Die Kastration kann prophylaktisch (Vorbeugung des Milchdrüsentumors – Tabelle 1) oder im Rahmen der Heilmaßnahmen (Prostatatumoren, Eierstockzysten, Zuckerkrankheit bei Hündinnen , Endometritis - Lebensbedrohungszustand) durchgeführt werden.

Termin der Kastration

relatives Risiko des Auftretens des Milchdrüsentumors (%)

ohne Kastration

100

Kastration vor der ersten Läufigkeit - pädiatrische oder frühe Kastration

0,5

Kastration zwischen der ersten und der zweiten Läufigkeit

8

Kastration nach der zweiten Läufigkeit

26

* Dies betrifft häufiger Hündinnen als Kätzinnen

  • Kampf gegen psychische Erscheinungen, wie die Gebietsmarkierung durch die Kater, Kämpfe, Herumbummeln

ACHTUNG! Man kann nicht sicher sein, dass die Besserung 100%-ig sein wird, weil sich schon bei dem Tier starke Gewohnheiten ausgebildet haben konnten. Diese Erscheinungen werden aber geschwächt, weil die hormonelle Komponente ausgeschaltet wird.

  • Abschaltung der Fortpflanzungsfähigkeit und dadurch Einschränkung der Obdachlosigkeit

Risiken:

  • Betäubung
  • Harninkontinent in der Regel nach 2-3 Jahren nach der Kastration
  • Übergewicht – Änderung des Stoffwechsels, entsprechende Diät muss beachtet werden.

Ist das schon die Geburt?

AM WICHTIGSTEN IST ES, DIE RUHE UND DEN GESUNDEN MENSCHENVERSTAND ZU BEWHALTEN!

Das Muttertier brauch einen Platz für sich und viel Ruhe.

Geburt:

Eröffnungsphase

  • nervöses Verhalten
  • bei manchen Muttertieren – das Suchen nach einem Kontakt mit Menschen
  • Nestbau
  • manchmal Appetitverlust
  • Auslecken der Vulva
  • einzelne Erbrechen
  • Temperatursenkung um 1,5˚C
  • dauert ca. 6-36 Std.(24 Std. nach Temperatursenkung - die Temperatur ist 3 x täglich in dem Mastdarm zu messen)
  • Man soll die Mutter vor allem Stress verschonen, weil sich dadurch die Geburt verlängern kann!

die Austreibungsphase

  • In dieser Phase werden die Föten, die Fruchtblasen und das Fruchtwasser aus der Gebärmutter ausgetrieben.
  • Vor der Geburt des ersten Welpen geht in der Regel das Fruchtwasser ab.
  • Diese Phase dauert ca. 12-24 Std. je nach der Wurfgröße und  endet mit der Austreibung des letzten Fötus.
  • Abstände zwischen der Austreibung der einzelnen Föten sollen ca. 2 Std. dauern. Bei Kätzinnnen ist die Pause zwischen dem ersten und dem zweiten Kätzchen länger.
  • Meistens liegt die Mutter an der Seite und es treten bei ihr Kontraktionen der Bauchpresse auf.
  • Nach der Heraustreibung des Fötus wird die Plazenta herausgetrieben – man soll der Mutter nicht erlauben, die Plazenta aufzufressen. Aus dem medizinischen Gesichtspunkt ist das nicht notwendig, es kann sich sogar als schädlich erweisen.
  • Man soll die Mutter vor allem Stress verschonen, weil sich dadurch die Geburt verlängern kann!

die Nachgeburtsphase

  • Die Geburt ist abgeschlossen, wenn alle Föten und Plazentas ausgetrieben sind.
  • Die letzte Plazenta wird in der Regel nach der Geburt des letzten Fötus ausgetrieben.
  • Es kann bis zu 30 Minuten dauern.
  • Die Kontraktionen der Bauchpresse treten weiterhin auf.

 

Schwere Geburt

Ärztliche Hilfe ist aufzusuchen, wenn:

  • bei der Mutter Störungen des Allgemeinzustandes beobachtet werden (Erbrechen, Zittern, Unfähigkeit zu stehen, ständiges Stöhnen);
  • ein auffälliger Ausfluss aus der Scheide vorkommt – Eiter, Blut, ein grünlicher Ausfluss vor der Geburt des ersten Welpen/Kätzchens. Ausfluss mit einem unangenehmen Geruch;
  • innerhalb von 24 St. nach der Temperatursenkung kein Fötus ausgetrieben wurde;
  • Die Dauer der ganzen Geburt 24 Std. übersteigt;
  • ein Abstand zwischen der Geburt von zwei Föten 2 Std. übersteigt;
  • unproduktive Kontraktionen der Bauchpresse auftreten (sichtbare Arbeit der Bauchmuskel), also 30 Minuten ständiger Kontraktionen ohne Heraustreibung des Fötus.

 

Zufüttern der Welpen/der Kätzchen

Regeln der Ersatzfütterung:

Es ist kein Zufüttern auf eigene Faust anzufangen, man soll einen Veterinärazt konsultieren – insbesondere wenn das Tier  keinen Saugreflex aufweist und wenig aktiv ist

  • Kuh- und Ziegenmilch ist ungeeignet  - sie enthält eine unpassende Menge der Laktose, des Fetts und der Kalorien.
  • Für das Zufüttern eignet sich am besten die kommerzielle Ersatzmilch – sie kann bei dem Veterinärarzt  oder im Internet bestellt werden. Die Anweisungen des Herstellers sind streng zu beachten.
  • Futterzeit:
    • 1 Woche - alle 2 Stunden
    • 2-3 Woche - alle 3 Stunden
    • 4 Woche – alle 4-5 Stunden
    • Ab der dritten - 4 Woche  kann kann festes Futter (kommerziell oder hausgemacht). Wir beginnen mit 2 g 1 x täglich.
  • Es sind keine Spritzen anzuwenden  - große Verschluckungsgefahr, besser ist eine Flasche mit Sauger, am günstigsten ist es eine Sonde anzuwenden.
  • Nach der Fütterung ist das Bäuchlein und die Anusgegend zu massieren.
  • Die Mischung soll warm sein (37, 8˚C).